Der Familie, als kleinster gesellschaftlicher Einheit, kommen besondere Aufgaben zu. Sie ist sozialer Mittelpunkt für Eltern und Kindern. Je harmonischer das Familienleben ist, desto bessere Voraussetzungen erhalten die Kinder, um ihr späteres Leben zu meistern. Sie lernen Vertrauen zu haben, entwickeln Kommunikations- und Bindungsfähigkeit, müssen Normen des Zusammenlebens und Werte verinnerlichen und fühlen sich in der gut funktionierenden Familie behütet und geschützt.
Die Eltern sorgen dafür, dass die körperlichen, seelischen und wirtschaftlichen Bedürfnisse der unmündigen Kinder in der Familie erfüllt werden. Sie haben aber auch die Aufgabe, die Kinder zu stabilen Persönlichkeiten und engagierten Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen. Die Verantwortung der Eltern ist enorm und nicht immer geht der Erziehungsprozess ohne Reibereien vonstatten.
Je nach Entwicklungsphase des Kindes hat die Familie eine unterschiedlich große Bedeutung. Für den Säugling und das Kleinkind ist sie die wichtigste Sozialisationsinstanz. Das kleine Kind kommt kaum mit anderen Menschen, sondern fast ausschließlich mit den Familienmitgliedern in Kontakt. Mit dem Eintritt in Kindergarten und Schule ändert sich das. Das Kind lernt Altersgenossen und andere Erwachsene kennen, es müssen neue Normen und Verhaltensregeln gelernt werden. Allmählich werden Gleichaltrige für das Kind immer wichtiger, besonders in der Pubertät ist dieser Prozess zu beobachten. Die Jugendlichen verbringen weniger Zeit zu Hause und immer mehr Zeit mit ihren Freunden. Doch auch wenn der junge Erwachsene sich schließlich vollständig abnabelt und in eine eigene Wohnung zieht, bleiben Eltern, Geschwister und Großeltern wichtige Bezugspersonen.