Satzspiegel bei Broschüren

Kategorie: Allgemein

Wer eine mehrseitige Broschüre gestaltet, muss ein gutes Gesamtbild schaffen, aber möglichst auch die optimale Lesbarkeit erreichen. Entscheidend ist dabei – neben dem typografischen Satz an sich – die Platzierung des Satzspiegels. Das bedeutet mehr als nur das gleichmäßige Anlegen gegenüberliegender Seiten. Auch die Proportionen eines Blattes sollten idealerweise harmonisch wirken.

Üblicherweise werden hier drei Verfahren angewendet, die helfen, die zu übermittelnden Informationen und die künstlerische Gestaltung harmonisch miteinander zu verbinden: “2:3:4:6″, “Neunerteilung” und “Diagonalkonstruktion”. Das Proportionierungsverfahren “2:3:4:6″ wird vor allem dann angewendet, wenn es gilt, ein Blatt im DIN-Format zu gestalten, denn es spiegelt ungefähr dessen Seitenverhältnisse. Die DIN-Seite wird dabei im Verhältnis 2:3:4:6 in Bezug auf die freien Räume von Bund, Kopf, Seite und Fuß einer Seite aufgeteilt. Der Satzspiegel, der so entsteht, wird als sehr ästhetisch empfunden. Nachteil des Verfahrens ist allerdings, dass der Textblock in Richtung des Bundes rutscht, was die Lesbarkeit gerade innerhalb seitenstarker Druckwerke beim Aufschlagen verschlechtert.

Eine weitere Möglichkeit, eine Seite einzuteilen ist die klassische Neunerteilung. Sie ist vor allem bei der Gestaltung von Büchern gebräuchlich, weil hier seltener auf das DIN-Format zurückgegriffen wird. Höhe und Breite eines Blattes werden jeweils in neun Teile aufgeteilt, dann werden dem Bund 1/9 des Seitenplatzes und der Seite 2/9 der Breite zugeteilt. Obere und untere Ränder erhalten ebenso 1/9 für den Kopf und 2/9 für den Fuß. So entsprechen die Proportionen des Satzspiegels denen des Blattes, egal in welcher Größe dieses konzipiert ist.

Unabhängig vom Format des Blattes ist dagegen die Diagonalkonstruktion. Dazu werden die Proportionen eines Blattes durch Einzeichnen der Eckverbindungen bestimmt, sodass dann an einem beliebigen Punkt mit der Bildung eines Quadrats begonnen werden kann. Alternativ kann man durch Zeichnung einer Parallelen den Anfangspunkt einer Ecke des Quadrats finden. So hat schon Gutenberg seine Bibel gestaltet, und bis heute ist die Diagonalkonstruktion sehr beliebt, denn durch sie entsteht bei jeder Blattgröße eine ästhetische Verbindung von Satzspiegel und Seitengröße.

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