Elektroschrott – und kein Ende in Sicht
Kategorie: AllgemeinSeit zwei Jahren gibt es das Elektro- und Elektronikgerätegesetz, kurz ElektroG. Danach sind Hersteller, Importeure und ggf. auch Wiederverkäufer von Elektro- und Elektronikgeräten dazu verpflichtet, sämtliche von ihnen produzierten und in Umlauf gebrachten Geräte, von gewerblichen und privaten Kunden zurückzunehmen und auf eigene Kosten fachgerecht entsorgen zu lassen. Doch der weltweit anfallende Elektro- und Elektronikschrott nimmt zunehmend ungeahnte Ausmaße an. Allein in Deutschland müssen jährlich etwa 1,8 Millionen Tonnen alte und kaputte Fernseher, Computer, Waschmaschinen, Handys oder Toaster als schadstoffhaltiger Sondermüll entsorgt werden. Und der Müllberg wächst und wächst. Der schnelle technische Wandel und die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern lassen das Problem nur schwer in den Griff bekommen. Mit neuen gesetzlichen Maßnahmen wird in Deutschland derzeit versucht, Abfälle zu vermeiden, möglichst langlebige und recyclebare Bauteile in den Umlauf zu bringen und den Schadstoffanteil in Neugeräten drastisch zu verringern.
Die beste Möglichkeit der Abfallvermeidung ist die Wiederverwertung entweder des gesamten Altgerätes oder einzelner Bauteile. Viele elektronische Geräte funktionieren noch einwandfrei, sie sind nur technisch nicht mehr auf dem allerneusten Stand. Dies macht sich besonders in der Informationstechnologie bemerkbar. Der Computerschrott zählt zu der am stärksten wachsenden Abfallgruppe in Deutschland. Viele Unternehmen beispielsweise trennen sich nach recht kurzer Zeit von ihrer Hardware. Diese ist aber oftmals von sehr hochwertiger Qualität und kann in anderen Bereichen durchaus noch Anwendung finden. Zum Wegwerfen viel zu schade, denn werden diese Geräte im Zuge des Remarketing aufgearbeitet und weiterverkauft, so können sie eine kostengünstige und qualitativ hervorragende Alternative zum Beispiel zu einem No-Name-Produkt darstellen.
Weiterhin wird durch den rasanten Anstieg der Rohstoffpreise das Elektronikschrott Recycling immer lukrativer. Stoffe wie Eisen, Kupfer, Messing, Blei und Zink, Edelmetalle wie Gold, Silber, Paladium oder Platin oder auch äußerst seltene Elemente wie Tantal, Yttrium, Wismut, Indium oder Ruthenium machen den Elektroschrott zu einer wertvollen Goldgrube. So können viele Teile einfach weiterverwertet werden – das schont die Umwelt und die immer knapper werdenden Ressourcen.
Aber neben vielen wertvollen Stoffen, enthält Elektroschrott auch immer noch viele Umweltgifte, zum Teil mit gesundheitsschädlichen Stoffen. Diese müssen mit besonderer Sorgfalt entsorgt werden, was nur von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden darf. Zwar dürfen die Hersteller seit Juli 2006 Schadstoffe nur noch in wenigen Ausnahmen und geringen Dosierungen verwenden, doch laut Aussage der Industrie kann bislang leider nicht vollständig auf den Einsatz Gesundheit gefährdender Stoffe verzichtet werden.
Dr. Beate Krummer
Hellmann-pm@de.hellmann.net